[...] In der inneren Welt gibt es weder Arbeit noch Eintönigkeit. Wir halten uns in Träumen und Träumereien in ihr auf, und das Seltsame an ihr besteht darin, dass wir nie bei zwei aufeinander folgenden Gelegenheiten dieselbe Welt vorfinden. [...]
Dass die Menschheit als Ganzes je imstande sein wird, ohne künstliche Paradiese auszukommen, ist sehr unwahrscheinlich. [...]

Notiz aus "Die Pforten der Wahrnehmung" von Aldous Huxley (1894-1963)

Dass die modernen Künstler Gnostiker sind und Dinge praktizieren, die die Priester längst vergessen wähnen; vielleicht auch Sünden begehen, die man nicht mehr für möglich hielt.

Aus dem Tagebuch von Hugo Ball (1886-1927). Die Flucht aus der Zeit, 1917

Von jedem, der fasziniert ist, lässt sich sagen, dass er kein reales Objekt, keine wirkliche Figur wahrnimmt, denn was er sieht, gehört nicht der Welt der Wirklichkeit, sondern dem unbestimmten Bereich der Faszination an.

Maurice Blanchot

... Kommen wir zurück zum Golem. Man nimmt an, wenn ein Rabbi den geheimen Namen Gottes erfahre oder entdecke und über einer Menschengestalt aus Lehm ausspreche, so belebe sich diese; sie wird Golem genannt. In einer der Versionen der Legende schreibt man auf die Stirn des Golem das Wort EMET, was "Wahrheit" bedeutet. Der Golem wächst. Irgendwann ist er so groß, dass sein Herr ihn nicht mehr erreichen kann. Er fordert ihn auf, ihm die Schuhe zu binden. Der Golem bückt sich, der Rabbi haucht, und es gelingt ihm, das Aleph oder den ersten Buchstaben von EMET zu löschen. Übrig bleibt MET, Tod. Der Golem verwandelt sich zu Staub. ...

Bemerkung von Jorge Luis Borges (1899-1986) in einem Vortrag über die Kabbala.

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